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Photogrammetrie Aufnahme und Dokumentation Terrakottafragment – Fries aus Schloss Neuburg am Inn, Kat. Nr. 79

(Dokumentation orientiert sich am bis dato angewendeten Dokumentationsstandard für RTI- und Photogrammmetrie-Aufnahmen in den vorhergehenden Kursen am Lehrstuhl)

Allgemeiner Hinweis: Dokumentation dient der Nachvollziehbarkeit des Vorgehens, sie soll daher präzise und konzise sein. Eine tabellarische Aufzählung ist bei den meisten Punkten ausreichend.

A) Objekt / Gegenstand Kurzbeschreibung & Kontext:

Bei dem Objekt handelt es sich um ein Terrakottafragment – Kämpfende Tritonen nach einem Kupferstich von Georg Penz (1500-1550). Der Fundort des Objekts ist das Schloss Neuburg am Inn, das aus dem 12. Jahrhundert stammt.

Die Formbacher Grafenfamillie gründete um die Jahrhundertwende vom 11. zum 12. Jahrhundert das Schloss Neuburg am Inn. Nach der Teilzerstörung im Jahr 1310 von bayerischer Seite  wurde ein Wiederaufbau des Schlosses durchgeführt, der ihm das heutige äußere Erscheinungsbild gegeben hat. Das Schloss wurde im Rahmen dieses Neuaufbaus um die Vorburg erweitert. Während des Jahres 1529 wurde der deutsch-österreichische Hofmaler Wolf Huber von Graf Niklas II. von Salm mit der Gestaltung des Schlosses beauftragt und verlieh dem Gebäude somit das Gepräge eines fürstlichen Renaissanceschlosses. Während des Jahres 1654 verkaufte der damalige Besitzer der Graf von Salm das Schloss an Georg Ludwig von Sinzendorf, unter dem das Schloss eine moderate barocke Umgestaltung erfahren hat. Mit dem Jahr 1698 ging Neuburg an den kaiserlichen Kämmmerer Hamilton, der in den selben Jahr den Südflügel zu einem Saal- und Galerietrakt ausbauen ließ. Von 1730 bis zur Säkularisierung im Jahr 1830 war das Schloss in Besitz des Passauer Fürstbischofs. Nach der Einsetzung der Säkularistation wurde die Grafschaft Neuburg Bayern übergeben, mit dem Auftrag, das Schloss an private Hände abzugeben. In Folge dessen wurden in den Repräsentationsräumen Teile der Marmorverkleidung herausgebrochen und veräußert. Währen des Jahres 1881 wurden auch die architektonische Terrakotta – Gliederung der Salm- Zeit herausgenommen und verkauft.

Bei dem Fundobjekt handelt es  sich um eines dieser Terrakottafragmente der sog. Kämpfenden Tritone, angefertigt von dem Nürnberger Kupferstecher Georg Pencz, der seine frühen Werke mit  IB signiert hat. Auch dieser Kupferstich stellt ein typisches Beispiel für die Antiken- und Italienrezeption der deutschen Ornamentstecher dar. In der griechischen Mythologie verkörpen die kämpfenden Tritone, Söhne des Neptun und der Amphitrite, die Gattung der Meeresgötter. Wie Triton das Meer aufwühlt und wieder beruhigt, wurde, der antiken Mythologie nachempfunden, auf der Schneckenschale (Tritonshorn) blasend dargestellt. Terrakotta stellt man aus eisenhaltigem roten Ton her und die Maßangaben des unten abgebildeten Bildnisses sind 5 x 16x 44 cm.

Kämpfender Triton, Georg Penz (1500-1550)

 

Das Tritonenfries der rekonstruierten Wandverkleidung des Rotmarmorzimmers in dem Schloss Neuburg am Inn.

 

B) Aufnahme

Am 26.01.2018 hat die Aufnahme in den Räumen des Schlosses Neuburg am Inn stattgefunden. Während des Tages wurden unterschiedliche Photogrammetrie-Aufnahmen der Teilnehmer (4 weitere Teilnehmer) des Kurses  „ Kulturgut in 3D“  mit der Unterstützung der Übungsleiter Magdalena März und Sebastian Gassner durchgeführt.

Aufnahmesituation / Lichtverhältnisse: Im Schlossraum wurde durch Deckenlampen normales Raumlicht erzeugt. Für eine bessere Beleuchtung wurden ebenfalls zwei LED-Lampen installiert, die jeweils rechts und links vom Objekt mit einer Entfernung von etwa einem halben Meter aufgebaut wurden. Zur weiteren Ausleuchtung wurde  eine Schirmlampe verwendet, die das Fundobjekt von oben beleuchtet hat.

Hilfsmittel: In diesem Fall wurden verschieden Hilfsmittel benutzt, um das Objekt so genau wie möglich aufzunehmen. Das Objekt stand auf einem circa 40 cm hohen Podest. Um sicher zu gehen, dass kein einziges Bild der Ebene 4 oder 5 (4 Ebene war in diesem Fall ein Meter über dem Boden) verwackeln wird, wurde die Kamera an einem Stativ befestigt, das eine kreisende Bewegung um das Objekt ermöglichte. Für höheren Aufnahmeebenen wurde auch eine Leiter gebraucht.

Kameraeinstellungen:

  • Kamera: Canon EOS 100
  • Objektiv: 50mm Festbrennweitenobjektiv
  • Kameramodus: Autofokus
  • Dateinformat: JPEG
  • Belichtung: 100 ISO, Blende 22, Belichtugszeit 0,4

Vorgehen bei der Bildgewinnung : In diesem Fall wurden die Fotografien der Vorderseite des Fundobjekts aus fünf Ebenen –  jede mit ca. 20 Positionen –  im 360°-Umkreis erstellt.  Bei der Rückseite des Objekts werden jeweils die Fotos auch auf fünf Ebenen im 360°-Umkreis erstellt, obwohl bei der fünften Ebene nur 8 Fotos (jede im 15°-Winkel) erstellt. Insgesamt sind 143 Bilder entstanden, denn umso mehr Aufnahmen gemacht werden, umso präziser kann das 3-D Modell werden und umso besser sind die Ergebnisse.

C) Bearbeitungsprozess

In der Software wurden die Aufnahmen des Objekts (JPEG) ohne vorangehende Bearbeitung.

  • Anzahl der Aufnahme für das erstellende Modell: 143
  • Nachbearbeitung der Bilder: keine
  • Verwendete Software: Photogrammetrie Software Agisoft PhotoScan Professional (64 bit) Version 1.3.2.
  • Rechnerkonfiguration: Intel Core 2 Quad CPU/4×2.8 GHz, Arbeitsspeicher; 8, 00 GB, Windows 7 Pro / 64Bit, Grafikkarte: BVIDIA GetForce GTX 750 Ti mit 2048MP Speicher

Nach  dem Hochladen der Aufnahmen in die Software und des Erstellen des Models in den bereits vorgegebenen Arbeitsschritten wurden die Fotografien nicht nachbearbeitet. Als einzige Bearbeitung des Modells könnte man hier die Bereinigung des Modells von überflüssigen Punkten in der Punktwolke nennen.

RTI Aufnahme und Dokumentation Pfeilspitze, Kat. Nr. 13, Fundort Julbach

(Dokumentation orientiert sich am bis dato angewendeten Dokumentationsstandard für RTI- und Photogrammmetrie Aufnahmen in den vorhergehenden Kursen am Lehrstuhl)

Allgemeiner Hinweis: Dokumentation dient der Nachvollziehbarkeit des Vorgehens, sie soll daher präzise und konzise sein. Eine tabellarische Aufzählung ist bei den meisten Punkten ausreichend.

A. Objekt / Gegenstand Kurzbeschreibung & Kontext:

Laut dem Fundkatalog handelt es sich um eine Pfeilspitze mit dem Katalog Nummer 13, die aus Eisen besteht. Sie weißt teilweise Roststellen und Abplatzungen auf. Das Fundobjekt stammt vom Fundort Burgruine Julbach, genauer Fundplatz Burgstall, im Zuge der Ausgrabungen während den Jahren zwischen 2003 und 2013 entdeckt. Zum historischen Kontext des Julbacher Geschlechts und den dazugehörenden historischen Ereignissen der Burg sind heutzutage keine Angaben bekannt, damit entstehen für die heutige Perspektive einige Schwierigkeiten für die Forschung. Die Datierung der Entstehung der Burg geht auf das 12. Jahrhundert zurück, die Ende des 14. Jahrhunderts vom Besitz des Grafensitz der Julbachert an das Adelgeschlecht der Wittelsbacher übergegangen ist. Das Fundobjekt lässt sich in das späte Mittelalter zwischen dem  14. und 15. Jahrundert einordnen.

Von der damaligen Burg Julbach ist heute eine Burgruine erhalten. Damit die historischen Ereignisse der Burg nicht vergessen werden, wurde während des 20. Jahrhunderts ein Verein „Burgfreunde zu Julbach e.V.“ gegründet. Dieser Verein setzte sich besonders zum Ziel, die Geschichte der Burg Julbach und den Werdegang und das Schicksal des Geschlechts der Edlfreien von Julbach in Erfahrung zu bringen.

  • Länge: 6,1 cm (von der Spitze bis Ende)
  • Breite: 4,2 cm
  • Nr. : 13
  • Material: Das Objekt besteht aus Eisen, weist teilweise Roststellen und Abplatzungen auf.

Blick in den Fundkoffer vom Burgstall Julbach, mit dem in dieser Dokumentation bearbeiteten Objekt Nr.13

 

 

Das bearbeitete Objekt – Pfeilspitze Nr.13

 

 

 

 

B) Aufnahme

Am 06. Februar 2018 um circa 12:00 Uhr wurde die Aufnahme des Fundobjekts im Labor für Kulturdigitalisierung am Lehrstuhl für Digital Humanities der Universität Passau (Raum 204 HK14d) durch Deliana Raytcheva Veleva, außerdem anwesend Melanie Bauer und Sebastian Belt, durchgeführt.

Aufnahmesituation / Lichtverhältnisse: Die Aufnahme des Objekts wurde in einem abgedunkelten Innenraum (keine zusätzliche Raumbeleuchtung) mit wenig indirektem Licht durch Bildschirme erstellt.

Hilfsmittel: Als Hilfsmittel wurden in diesem Fall ein RTI-Drehteller mit einem Lampenarm zur Ausleuchtung des Objekts und zwei RTI-Referenzkugeln mit einem Durchmesser von 5 mm auf einer Reprostation mit Stativ zur Kamerapositionierung (Kamera wurde auf 34 cm Entfernungshöhe fixiert) aufgebaut; USB-Kabel zur Verbindung von Kamera und PC.

Kameraeinstellung:

  • Kamera: Canon EOS 100D
  • Objektiv: 55mm
  • Modus: manuell
  • Datenformat: JPEG
  • Auflösung: 72 dpi/ 5472 x 3648 Pixel / 20 Mpix
  • Belichtung: ISO 100
  • Brennweite: 100mm
  • Blendezahl: F 5.6.
  • Verschlusszeit: 1/6 Sek.

Vorgehen bei der Bildgewinnung: Aus 4 Winkeln / Lichtpositionen am RTI-Arm (20  –  30  –  40  – 50°) wurden jeweils in 30° Schritten (versetzt startend bei 0° bzw. 15°) entsprechend der Markierungen am Drehteller ein Set von 60 Fotos gemacht.

C) Modellerstellung

  • Anzahl der Aufnahme für das erstellende Modell: 60
  • Nachbearbeitung der Bilder: keine
  • Verwendete Software: RTIBuilder, Version 2.0.2

Screenshot der Ansicht im RTI Viewer, Ansichtsmodus „Normals Visualization“

 

Screenshot der Ansicht im RTI Viewer, Ansichtsmodus „Specular Enhancement“

 

D) Beobachtungen, Probleme, Lösungen / sonstige Angabe zur Nachvollziehbarkeit und möglichen Reproduktion der Arbeit:

Währen dieser Aufnahme des Objektes sind keine Probleme entstanden.