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RTI- In Situ -Aufnahme Epitaph Wolf Huber Oberhausmuseum Passau

A) Objekt / Gegenstand

Epitaph von Wolf Huber
Material:  Rotmarmor
Maße: 76 (h) x 65 (b)
Datierung: 1553

1922 erwähnt W. M. Schmid den heute im Oberhausmuseum ausgestellten (Fürstenbau EG / A32) Grabstein und dessen Wiederentdeckung  durch den Passauer Heimat- bzw. Geschichtsforscher Max Heuwieser  . Vor Wiederentdeckung und Translozierung in die Veste Oberhaus ins damalige Ostmarkmuseum 1934 befand sich der Grabstein in der Passauer Hl. Geistkirche hinter einer Emporensäule, wo er
kopfüber eingemauert war. Der schlicht gehaltene Stein aus Rotmarmor trägt die in gotischen Lettern eingemeißelte Inschrift

Im jar 1553 den 3 Juny ist /
in got entschlaffen der Er /
war und khunstreich ma(n) /
Wolfgang hueber Burge(r) /
und furstlicher hoffmaller /
zu Passau. Welicher der /
zuckhunfft Christy Jesu /
sambt allen gelaubig/
en alhie will warten

Ein Jahr nach dem Tod Wolf Hubers wurde das Nachlaßinventar aufgestellt und die Vormundschaft für seine Kinder bestimmt, die 1556 noch nicht aufgehoben ist. Zum Fertiger des Steins oder zur anzunehmenden ursprünglichen rahmenden Epitapharchitektur mit figuralen und ornamentalen Elementen ist jedoch nichts überliefert. Wahrscheinlich ist es der Umsicht Bischof Heinrich von Hofstätters zu verdanken, der um 1860 in denkmalpflegerischer Gesinnung verwaiste Epitaphien und Grabplatten aus dem bürgerlichen
Friedhof von St. Paul und dem Domkreuzgang zu sammeln begann.

Wolf Hubers Lebenslauf und  Wirken als Zeichner, Maler und Baumeister ist beispielhaft für das vielschichtigenBerufsbild des Hofkünstlers in der Sattelzeit zwischen späten Mittelalter und früher Renaissance. Ab 1510 in Passau nachweisbar, hatteHuber bis zu seinem Tod das Amt des bischöflichen Hofmalers inne, ab 1541 ist er als Stadtbaumeister verzeichnet. Huber gilt neben Albrecht Aldorfer, zu dem nicht nur stilistisch enge Verbindungen nachvollziehbar sind, als ein Hauptvertreter der sogenannten Donauschule bzw. des Donaustils.  Entsprechend lag der Fokus in der Forschung / Litaratur zu  Person  und Wirken Hubers bisher auf seinem grapischen und malerischen Werk, dem gegeüber seine Tätigkeit als Baumeister eher vernachlässigt wurde.

Dieser kommt jedoch gerade auch für den Kurs, im Rahmen dessen dauch das hier  vorgestellte  Digitalisat entstanden ist, besondere Bedeutung zu, da Wolf Huber für den Ausbau von Schloss Neuburg am Inn , (vgl. a. Karte zum Kurs) dem Mittelpunkt der ehemaligen umliegenden Grafschaft Neuburg um 1530 als leitender Baumeister unter Auftraggeber Graf Niklas II. von Salm verantwortlich war. Die im Zuge dieses Ausbaus zur Bauzier in den repäsentaiven Haupträumen der Anlage angebrachten Terrakotten  werden im zweiten Teil des Kurses behandelt und die dabei photogrammetrisch aufgenommenen Modelle der Terrakotten  vorgestellt.

Weiterführend zeichnet sich in der  Herausarbeitung der Schlüsselfunktion der Person Hubers als leitender Baumeister in Vermittlung neuer Stilrichtungen wie auch Techniken zur praktischen Umsetzung  ein Desiderat ab, das gerade auch für die Baugeschichte von Neuburg und die inhaltliche Deutung der Umgestaltung Erkenntnisgewinn verspricht. Darauf weist nicht zu letzt die Tatsache hin, dass der Ausbau von Neuburg noch vor jenen der bekannten Landshuter Stadtresidenz Herzog Ludwigs X. fällt, welcher so oft als erster Renaissance-Bau nördlich der Alpen bezeichnet wird, und die ganze Palette der in Neuburg zum Einsatz gebrachten Stilmittel und Techniken zeigt.  Neben diesem anschauliches Beispiel, wie sich im Wirken Hubers  das gewandelte Stilideal seiner Zeit inerhalb seines Wirkungskreises manifestiert, ist zudem das Neuburg höchst nahestehenden Ausbauprojekt von Schloss Orth an der Donau nahe Wien zu nennen, wo unter demselben Auftraggeber mit denselben Stilmitteln eine Neugestaltung vorgenommen wurde, wobei das Hauptaugenmerk auch hier auf  Terrakotten derselben Formgebungen wie in Neuburg lag.

Literatur: Wolfgang Maria Schmid, Wolfgang Huber, der Maler von Passau, in: Niederbayerische Monatsschrift 11 (1922), S. 165-172, hier S. 167; Peter Halm, Zur Einführung, in: Wolf Huber Gedächtnisausstellung zum 400. Todesjahr, Passau 1953, S. VII-XI, hier S. VIII; Hans Karl Moritz, Der Grabstein Wolf Hubers, in: Amtliches Mitteilungsblatt für den Stadt- und Landkreis Passau, Nr. 32: 15. August 1953, S. 3; Franz Winzinger, Wolf Huber. Das Gesamtwerk, München-Zürich 1979, 2 Bde., hier Bd. 1, S. 197, Anhang 39; Die Inschriften der Stadt Passau (280, Nr. 544);  Angaben aus dem Musuemskatalog.

B) Aufnahme / Bildgewinnung
Ort, Zeit, Personal:
Die zur Erstellung der RTI-Datei nötigen Aufnahmen wurden als Teamarbeit im Rahmen des Kurses am 20.12.2018 vor Ort im Ausstellungsraum angefertigt (6 Teilnehmer und 2 Dozenten)
Aufnahmesituation:
im Ausstellungsraum des Oberhausmuseum. Für besseres Schlaglicht auf dem Objekt wurden alle künstlichen  Lichtquellen ausgeschaltet, so dass wenig Tageslicht durch ein Fesnter in den Raum fiel. (Vgl. Making-Of Foto unten)
Vorgehen bei der Bildgewinnung:  Es wurde  nach dem für RTI-Aufnahmen üblichen Schema vorgegangen, mit der Besonderheit, dass es sich um ein In-Situ befindliches, immobiles, größeres Objekt handelte. (Vgl. Beitrag ‚RTI-Feldaufnahmen immobiler Objekte‚) Der Aufbau musste dementsprechend angepasst werden. Eine besondere zu lösende Schwierigkeit bildete der schwingende Holzboden, welcher dazu führte, dass der erste Durchlauf ein verwackeltes Ergebnis erbrachte:

Screenshots des verwackelten 1. Versuchs (links ‚Normals Visualization‘, rechts ´Default‘ -Mode)

Daher wurde für den zweiten Versuch an jeder Lichtposition im Halbkreis um das Objekt ein Kursteilnhemer platziert. Vom jeweiligen Standpunkt wurde der Blitz aus unterschiedlichen Höhen auf das Objekt gerichtet und je ein Foto geschossen. Um auf die nötige Höhe zu kommen und eine Beleuchtung des Objekt aus möglichst vielen Positionen / Höhen zu gewährleisten, wurde der Blitz an einer Stange befestigt, die dann an den Teilnehmer am nächsten Standpunkt reihum weitergegeben wurde.

Nein, es handelt sich nicht um eine okkulte Seance – sondern das einzig verfügbare Making-Of – Foto. Lichtverhältnisse und Verteilung des Teams / der Blitzpositionen im Halbkreis um das Objekt sind jedoch erkennbar 😉

Verteilt auf 6 Positionen entlang des Halbkreises um das Objekt wurden je 7 Fotos mit Beleuchtung des Objekts aus verscheidenen Höhen geschossen, entprechend 6 ‚Speichen‘ um das Objekt mit je 7 vertikalen Lichtpositionen und damit 42 Aufnahmen für das Set.

Ideale Verteilung der Blitzpositionen in der Visualisierung im PTM- Planner (vgl. Beitrag zum Thema)

Screenshot des gelungenen 2. Versuchs im Viewer, Ausschnitt

Foto des Objekts in Situ aus dem Aufnahmen-Set für dei RTI-Datei, unten die verwendeten RTI-Kugeln

Kamera: Canon EOS 30D, Objektiv: Sigma Zoomobjektiv 18-125, verwendete Brennweite 36mm
Kameraeinstellungen: ISO 100, Blendenzahl F 13, Belichtungszeit 1/125 Sek
Kameramodus: manuell
Datenformat:    JPEG       Auflösung:  72   dpi /    2336×3504      Pixel
Messmethode  Weißabgleich: automatisch
Fokussierung:  Autofokus zur Justierung / Schärfeneinstellung vor Beginn des Aufnahmesets, danach umgestellt auf  manuell und nicht mehr verändert.
Fernauslöser:  ja bzw.  Steuerung via Laptop / Software, hier Canon Utility

Aufbau: die Kamera wurde im Abstand entprechend ca. 2x der Diagonalen des Objekts auf einem Stativ auf mittlerer Objekthöhe aufgebaut und mittels Software (Canon Utility) vom Laptop aus ausgelöst.

C) Modellerstellung
Verwendete Software, Version: RTI Builder, v2_0_2
Anzahl der Aufnahmen für das zu erstellende Modell: 42
Nachbearbeitung der Bilder: nein
Nachjustierungen während des Erstellens in der Software: nein

D) Beobachtungen, Probleme , Lösungen sowie sonstige Angaben zur Nachvollziehbarkeit und möglichen Reproduktion der Arbeit: s. Beschr. o.

RTI-Aufnahme und Dokumentation Zierelement (Trense) Kat. Nr . 44, Fundort Hilgartsberg

(Dokumentation orientiert am bis dato angewendeten Dokumentationsstandard für RTI- und Photogrammetrie – Aufnahmen in den vorhergehenden Kursen am Lehrstuhl)

Allgemeiner Hinweis: Die Dokumentation dient der Nachvollziehbarkeit des Vorgehens, sie soll daher präzise und konzise sein. Eine tabellarische Aufzählung ist bei den meisten Punkten ausreichend.

A) Objekt / Gegenstand Kurzbeschreibung & Kontext : Laut Fundkatalog ein Zierelement, eigentlich ein Stück einer Pferdetrense, Fundort Burgruine Hilgartsberg, Fundplatz: Abhang, im Zuge der Grabungen 2005 – 2009, Waag. ca. 4,4cm , Kat. Nr. 44, Buntmetall, vergoldet  (diese Angaben laut Fundkatalog)

Es handelt sich um ein Teilstück / Zierelement eines Pferdezaumzeugs, bzw. ein Stück des Zaumbeschlages. (Die Pferdetrense ist ein wichtiger Bestandteil der Ausrüstung beim Reiten, durch sie wirkt der Reiter*in dirket auf das Pferd ein.  Heutzutage wird die Pferdetrense häufig für den Tuniersport, Dressur und andere Reitdisziplin genutzt, dass heißt das Pferd wird sofort für das Reiten mit Trense ausgebildet) Ein vergleichbares Objekt befindet sich z.B. im Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig:

Zaumbeschlag,genauer: die mehrteilige Kette ist Teil einer Kandare bzw. Hebeltrense, Datierung: 13./14. Jahrhundert, Material: Kupfer, L 31,8 cm, Fundort: Leipzig Gerberstraße, Standort: Stadtgeschichtliches Muesum Leipzig, Inv.-Nr.: Me B 24. VGl. Eintrag in der Online-Objektdatenbank: http://museum.zib.de/sgml_internet/sgml.php?seite=5&fld_0=dau00016, Lizenz: CC BY-NC-SA 3.0 DE

Die Beschreibung zum Objekt auf der Online- Objektdatenbank des Stadtmuseums Leipzig  lautet: „Die mehrteilige Kette ist Teil einer Kandare bzw. Hebeltrense, die durch die Verwendung von Klemmeisen zu den wirksamsten, aber auch grausamsten Arten der Zaumzeuge gehörte. Der aus der Gerberstraße stammende Teil einer Seitenkette wurde immer als ungarisch angesehen und damit als Hinweis auf die weit gespannten Handelsbeziehungen Leipzigs gewertet. Die geografische Zuordnung beruhte auf Funden vollständiger Trensen, die im Ungarischen Nationalmuseum aufbewahrt und erstmals 1922 veröffentlicht wurden. In der Zwischenzeit sind zahlreiche Funde von ähnlichen Trensenteilen aus England und Mitteleuropa bekannt geworden, die belegen, dass in Städten und Burgen derartige Trensen üblich waren und als Beleg gehobener bürgerlicher oder ritterlicher Lebensweise des 13. und 14. Jahrhunderts anzusehen sind.“ Verf: Dr. Thomas Westphalen, Landesamt für Archäologie mit Landesmuseum für Vorgeschichte Dresden, Abteilungsleiter archäologische Denkmalpflege, Lit.: Schröder 1941, S.116-119; Gaitzsch 1997, S. 497- 511. NB zur LIteratur: besonders Gaitzsch, Wolfgang: Zaumbeschläge mittelalterlicher Kandaren, in: Archäologisches Korrespondenzblatt Bd. 27 / 1997, S. S. 497- 511 ist auch für das Hilgartsberger Stück relevant.

Das Hilgartsberger Objekt  ist ihn vergleichbarem Kontext wie oben aufzufassen – und auch hier als Hinweis auf Handelsbeziehungen, bzw. überregionalen Austausch. Angesichts der Lage an der Donau und daher der im Vergleich zu Leipzig um einiges direkteren Verbindung nach Osten ist auch der Bezug zu Ungarn umso naheliegender. Vielleicht ist hier auch awarische Tradition bzw. Einfluss zu erkennen, vgl. Verbreitung, Kunst und Kultur der Awaren (frühmittelalterliches Reitervolk) .

Das Hilgartsberger Zierelement  besteht aus Buntmetall, die genaue Metallart wird nicht beschrieben.  Das Material Metall, also Eisen, Edelstahl und Kupfer, wird heutzutage noch oft für die Herstellung von Trensen verwendet.

B) Aufnahme

Ort, Zeit, Personal:  Labor für Kulturgutdigitalisierung am Lehrstuhl für Digital Humanities der Universität Passau, 06.12. 2017, Teilnehmer des Kurses ‚Kulturgut in 3D‘

Kamera: EOS 100D, Objektiv 18-55mm

Aufnahmesituation: abgedunkelter Innenraum, wenig indirektes Licht durch Bildschirme, keine zusätzliche Raumbeleuchtung. Hilfsmittel: RTI-Drehteller mit Lampenarm zur Ausleuchtung des Objekts und einer RTI-Referenzkugel mit dem Durchmesser 5mm, aufgebaut auf Reprostation mit Stativ zur Kamerapositionierung und – Fixierung USB- Kabel zur Verbindung von Kamera und PC

Kameraeinstellungen: Kameramodus: manuell Datenformat: jpeg, Auflösung 72 dpi / 5472 x 3648 Pixel / 20 Mpix Belichtung: ISO 100, Brennweite 18-55mm, Blendenzahl F  1/6 , Verschlusszeit 8.0 Sek, Messmethode zur Belichtungsmessung und Weißabgleich: manuell Fokussierung: Autofokus zur Justierung / Schärfeneinstellung vor Beginn des Aufnahmesets, danach umgestellt auf  manuell und nicht mehr verändert. Fernauslöser: Ja, Steuerung via PC / Software Canon Utility

Vorgehen bei der Bildgewinnung: aus 4 Winkeln / Lichtpositionen am RTI-Arm (20 – 30 – 40- 50°) wurden jeweils in 30° Schritten (versetzt startend bei 0° bzw. 15° ) entsprechend der Markierungen am Drehteller ein Set von 60 Fotos gemacht

C) Modellerstellung

Anzahl der Aufnahmen für das zu erstellende Modell: 60

Nachbearbeitung der Bilder: keine

Verwendete Software: RTIBuilder, Version 2.0.2

D) Beobachtungen, Probleme , Lösungen / sonstige Angaben zur Nachvollziehbarkeit und möglichen Reproduktion der Arbeit:

Da das Objekt sehr klein ist wurden statt einer Referenzkugel zwei kleinere gewählt, um diese näher an das Objekt legen zu können.

 

Nahaufnahme des Objekts. Man kann ein Tier darauf entdecken. Es könnte sich um eine Biene handeln oder einen andere Art von Insekt mit Flügeln.

RTI – AUFNAHMEN UND DOKUMENTATION ARMBRUSTBOLZEN – SET NR. 6 UND 6.1, FUNDORT JULBACH

Dieser Beitrag beinhaltet die Dokumentation der Aufnahmen zur Erstellung der RTI-Dateien eines Armbrustbolzens, auf Basis des im Kurs verwendeten Dokumentationsschemas oder sog. Shooting-Logs für RTI-Aufnahmen, das in diesem Kurs verwendet wird. Es handelt sich um zwei Aufnahmesets des gleichen Bolzens mit unterschiedlichen Kameraeinstellungen.


A) Objekt/Gegenstand
Dieser Beitrag zeigt zwei unterschiedliche Aufnahmen des gleichen Bolzens. In zwei anderen Beiträgen wurden bereits die Sets der Bolzen 1-5 und 7-9 behandelt. Dieser Beitrag widmet sich dem sechsten Bolzen. Wie bei den den anderen Bolzen handelt es sich auch hier um einen Armbrustbolzen der in Julbach gefunden wurde. Das Material des Bolzens ist auch in diesem Fall Eisen, die Form entspricht einem Vierkantquerschnitt. Das Objekt weist an verschiedenen Stellen unterschiedlich starke Roststellen und Abplatzungen auf. Der Bolzen ist 8cm lang, von der Verankerung sind noch ca. 0,5cm erhalten.

Darstellung des 6. Bolzen in den unterschiedlichen Modi des RTI Viewers- erstes Aufnahmeset

Darstellung des 6. Bolzen in den unterschiedlichen Modi des RTI Viewers- zweites Aufnahmeset

B) Aufnahme / Bildgewinnung
Wie bereits erwähnt wurde Bolzen Nr. 6 mit zwei unterschiedlichen Kameraeinstellungen fotografiert. Für die erste Aufnahmereihe wurden die Kameraeinstellungen übernommen, mit denen Bolzen 1-5 aufgenommen wurden. Da die Bilder am Bildschirm dann sehr dunkel erschienen wurde in einem zweiten Durchlauf die Belichtungsdauer erhöht. Alle weiteren Einstellungen blieben gleich. Im Folgenden die Details:

  • Ort, Zeit, Personal: Universität Passau, Digital Humanities Lab (HK14b), 10:30-12 Uhr, Magdalena März und 5 Kursteilnehmer
  • Kamera: Canon EOS 6D, Objektiv: 100mm Festbrennweite
  • Aufnahmesituation: räumliches Umfeld: im Innenraum / Lab, halbverdunkelt
  • RTI-Aufnahmemethode: Freihand/ Highlighting-Methode
  • Aufbau: Kameraposition fest 90° Grad über dem Objekt an Stativ, Unterlage mit RTI-Hilfskreisschema zur Orientierung / Lichtpositionierung, RTI-Referenz-Kugeln: zwei Kugeln mit 10mm Durchmesser

Kameraeinstellungen 1. Durchlauf:

  • Modus: manuell
  • Datenformat: JPEG, Auflösung: 5472 x 3648 Pixel / 1.6 MB
  • Belichtung: ISO 100; Brennweite 58, Blendenzahl 22, Verschlusszeit 1/4 s
  • Fokussierung: Autofokus zur Justierung / Schärfeneinstellung vor Beginn des Aufnahmesets, danach umgestellt auf manuell und nicht mehr verändert.
  • Fernauslöser: Ja; Steuerung via PC / Software, hier: Canon Utility

Kameraeinstellungen 2. Durchlauf:

  • Modus: manuell
  • Datenformat: JPEG, Auflösung: 5472 x 3648 Pixel / 1.6 MB
  • Belichtung: ISO 100; Brennweite 58, Blendenzahl 22, Verschlusszeit 0,4 s
  • Fokussierung: Autofokus zur Justierung / Schärfeneinstellung vor Beginn des Aufnahmesets, danach umgestellt auf manuell und nicht mehr verändert.
  • Fernauslöser: Ja; Steuerung via PC / Software, hier: Canon Utility

Vorgehen bei der Bildgewinnung:

Anzahl der Winkel: 4, Anzahl der ‚Speichen‘: 12 => angestrebte Anzahl der verwendeten Aufnahmen / Lichtpositionen: 48

C) Modellerstellung
Verwendete Software, Version: RTIbuilder
Anzahl der Aufnahmen für das jeweils zu erstellende Modell: 48
Nachbearbeitung der Bilder: keine
Nachjustierungen während des Erstellens in der Software: keine

RTI – Aufnahmen und Dokumentation Armbrustbolzen – Set Nr. 7-9, Fundort Julbach

Dieser Beitrag beinhaltet die Dokumentation der Aufnahmen zur Erstellung der RTI-Dateien zu den einzelnen Objekten, auf Basis des im Kurs verwendeten Dokumentationsschemas oder sog. Shooting-Logs für RTI-Aufnahmen, das in diesem Kurs verwendet wird. Da es sich um ein Set von gleichartigen Objekten handelt, wurden diese hier gebündelt erfasst.

A) Objekt / Gegenstand

Kurzbeschreibung:  In diesem Beitrag / Dokumentation werden 3 von insgesamt 10 Bolzen behandelt. Bolzen 1-5 wurden in einem vorhergehenden Beitrag behandelt. Für alle Armbrustbolzen gilt: sie stammen vom Fundort Julbach (Infos zur genaueren Verortung im Areal liegen bisher nicht vor), bestehen aus Eisen, weisen teilweise Roststellen und Abplatzungen auf, wo dies nicht der Fall ist, haben sie eine glänzende, unebene Oberfläche.   In ihrer Form weichen sie stark voneinander ab. Weitere Unterschiede bestehen in Größe, Zustand und Ausformungsdetails, diese werde gesondert angegeben. Ein Blick in die Literatur (Zimmermann, Bernd: Mittelalterliche Geschossspitzen. Kulturhistorische, archäologische und archäometallurgische Untersuchungen, Basel, 2001)  ergab zwischenzeitlich, dass Bolzen 1, 2, 5, 7 und 9 zum sog. Schaftdorn – Typus gehören, bezeichnend für die bei diesen Exemplaren aus Julbach erhaltene Verankerung im Pfeilschaft. Auch die übrigen Bolzen des Sets  können diesem Typus möglicherweise angehören, doch ist hier keine Verankerung mehr erhalten.
Zum historischen Kontext sind bisher keine Angaben bekannt, ein terminus ante quem ergibt sich aus der Zerstörung der Burg im Zuge des Landshuter Erbfolgekriegs 1504, ohne eingehendere Vergleiche und archäologisch fundierte Datierung lassen sich die Stücke in das späte Mittelalter bzw. 14. – 15. Jahrhundert einordnen.

Bolzen 7
Screenshots der Darstellungs-Modi im RTI-Viewer zu Bolzen 7, Mitte: Details von Spitze und Schaft

Bolzen 7: insg. ca. 8 cm lang, max. 9 mm breit, kleiner Rest der Pfeil-/ Schafftverankerung erhalten (7 mm).  Stark beschädigte Obefläche.

Form: Rautenförmiger Querschnitt ; die pyramidale Spitze macht etwa ein Sechstel des Bolzens aus. Vom breitesten Abschnitt direkt hinter der Spitze verdünnt sich der Bolzen bis zum hintersten Drittel deutlich, wird bis zur Schaftverankerung aber wieder etwas breiter.

 

Bolzen 8: insg. ca. 9,5 cm lang, max. 7 mm breit, Pfeil-/ Schafftverankerung teilweise erhalten (9 mm).

Form: Quadratischer Querschnitt; der stärkste Bereich (zwei Viertel) befindet sich vor der pyramidalen Spitze, die das vordere Viertel ausmacht, die Verjüngung zum Schafftansatz entsprechend ein Viertel.

 

Bolzen 9: insg. ca. 8 cm lang, max. 10 mm breit, Pfeil-/ Schafftverankerung erhalten (13 mm). Starke Absplitterungen an der Spitze, der Rest fast unbeschädigt.

Form: Flache pyramidale Spitze mit rautenförmigem Querschnitt (erstes Drittel). Runde Verjüngung zum Schaftansatz (zweites Drittel). Runde dünne Schaftverankerung (letztes Drittel).

B) Aufnahme / Bildgewinnung

Ort, Zeit, Personal:

Universität Passau, Digital Humanities Lab  (HK14b), 10:30-12 Uhr, Magdalena März und 5 Kursteilnehmer
Kamera: Canon EOS 6D, Objektiv: 100mm Festbrennweite
Aufnahmesituation: räumliches Umfeld: im Innenraum / Lab,  halbverdunkelt
RTI-Aufnahmemethode: Freihand/ Highlighting-Methode
Aufbau: Kameraposition fest 90° Grad über dem Objekt an Stativ, Unterlage mit RTI-Hilfskreisschema zur Orientierung / Lichtpositionierung, RTI-Referenz-Kugeln: zwei Kugeln mit 10mm Druchmesser
Kameraeinstellungen:

Modus: manuell
Datenformat:   JPEG,  Auflösung:  5472 x 3648 Pixel  / 1.6 MB
Belichtung: ISO  100;  Brennweite 58, Blendenzahl 22, Verschlusszeit    0,4 s
Fokussierung:  Autofokus zur Justierung / Schärfeneinstellung vor Beginn des Aufnahmesets, danach umgestellt auf  manuell und nicht mehr verändert.
Fernauslöser: Ja; Steuerung via PC / Software, hier: Canon Utility

Vorgehen bei der Bildgewinnung:
Anzahl der Winkel: 4,  Anzahl der ‚Speichen‘: 12 => angestrebte Anzahl der verwendeten Aufnahmen / Lichtpositionen:  48

C) Modellerstellung

Verwendete Software, Version: RTIbuilder
Anzahl der Aufnahmen für das jeweils zu erstellende Modell: 48
Nachbearbeitung der Bilder: keine
Nachjustierungen während des Erstellens in der Software: in wenigen Fällen musste die erkannte erkannte Kugelgröße bei Erstellen der RTI-Datei in der Software manuell angepasst werden.

Materialsammlung zur Vorbereitung von RTI-Feldaufnahmen immobiler Objekte

in Vorbereitung des anstehenden Termins zu RTI-Feldaufnahmen von großen / immobilen Objekten im Rahmen des Kurses  bin ich auf folgende Materialien gestoßen:

Recording the Weathering of Outdoor Stone Monuments Using Reflectance Transformation Imaging (RTI) (PDF, 13 S., 2011), inkl. aussagekräftiger Making-Of – Fotos,  gilt auch für:

High Quality PTM Acquisition: Reflection Transformation Imaging for Large Objects (PDF, 8 S., 2006)

dann gibt es noch das sog. PTM-Planner-Tool, mit dem sich im Vorfeld die Aufnahmen am jeweiligen Objekt planen und darstellen lassen (Screenshot):

Figure 1: PTM Planner tool.

downloadbar hier:  vcg.isti.cnr.it/~dellepiane/PTMPlanner.zip
was grade bei Projektplanung, die mehrere Personen involviert, nützlich sein kann, um das Vorgehen zu visualisieren und zu koordinieren.

RTI – Aufnahmen und Dokumentation Armbrustbolzen – Set Nr. 1-5, Fundort Julbach

Dieser Beitrag beinhaltet die Dokumentation der Aufnahmen zur Erstellung der RTI-Dateien zu den einzelnen Objekten, auf Basis des im Kurs verwendeten Dokumentationsschemas oder sog. Shooting-Logs für RTI-Aufnahmen, das in diesem Kurs verwendet wird. Da es sich um ein Set von realtiv gleichförmigen Objekten handelt, wurden diese hier gebündelt erfasst.


A) Objekt / Gegenstand

Kurzbeschreibung:  für alle Armbrustbolzen gilt: sie stammen vom Fundort Julbach (Infos zur genaueren Verortung im Areal liegen bisher nicht vor), bestehen aus Eisen, weisen teilweise Roststellen und Abplatzungen auf, wo dies nicht der Fall ist, haben sie eine glänzende, unebene Oberfläche.  In diesem Beitrag / Dokumentation werden 5 von insgesamt 10 Bolzen behandelt, sie weisen einen Vierkantquerschnitt auf,  der stärkste Bereich befindet sich vor der pyramidalen Spitze, die das vordere Drittel ausmacht, die Verjüngung zum Schafftansatz entsprechend zwei Drittel.  Unterschiede bestehen in Größe, Zustand und Ausformungsdetails, diese werde gesondert angegeben.
Zum historischen Kontext sind bisher keine Angaben bekannt, ein terminus ante quem ergibt sich aus der Zerstörung der Burg im Zuge des Landshuter Erbfolgekriegs 1504, ohne eingehendere Vergleiche und archäologisch fundierte Datierung lassen sich die Stücke in das späte Mittelalter bzw. 14. – 15. Jahrundert einordnen.

Blick in den Fundkoffer vom Burgstall Julbach, mit den in diesem Beitrag bearbeiteten Objekten Nr. 1-5.

Bolzen 1: insg. ca. 11 cm lang, max. 9mm breit, Pfeil-/ Schafftverankerung ca. 2,7cm.

Screenshots der Darstellungs-Modi im RTI-Viewer zu Bolzen 1 (o: ‚Normals Visualisation‘, u. l.: ‚Default‘, u.r.: ‚Spectular Enhancement‘)

Bolzen 2: insg. ca. 10,5 cm lang, max. 8 mm breit, Pfeil- /Schafftverankerung ca 3,3 cm

Screenshots der Darstellungs-Modi im RTI-Viewer zu Bolzen 2 , Details von Spitze und Schaft, mit angezeigt die die Beleuchtungsrichtung im Viewer.

Bolzen 3: insg. ca. 8,2 cm lang, max. ca. 7mm breit,  Pfeil-Schaftverankerung abgebrochen

Screenshots der Darstellungs-Modi im RTI-Viewer zu Bolzen 3 ,mit angezeigt die die Beleuchtungsrichtung im Viewer, unten Details der Spitze in den verschiedenen Modi betrachtet.

Bolzen 4:  ca. 7 cm lang, max. 7 mm breit,  Pfeil / Schafftverankerung verankerung teilweise erhalten ca. 1 cm.

Screenshots der Darstellungs-Modi im RTI-Viewer zu Bolzen 4 ,mit angezeigt die die Beleuchtungsrichtung im Viewer, unten Details der Spitze in den verschiedenen Modi betrachtet.

Bolzen 5:  ca. 11 cm lang, max. ca. 5 mm breit, Pfeil / Schafftverankerung teilweise erhalten, ca. 2,2 cm.

Screenshots der Darstellungs-Modi im RTI-Viewer zu Bolzen 5 ,unten Details an Körper und Verankerung in den verschiedenen Modi betrachtet.

B) Aufnahme / Bildgewinnung

Ort, Zeit, Personal:

Universität Passau, Digital Humanities Lab  (HK14b), 10:30-12 Uhr, Magdalena März und 5 – 7 Kursteilnehmer
Kamera: Canon EOS 6D, Objektiv: 100mm Festbrennweite
Aufnahmesituation: räumliches Umfeld: im Innenraum / Lab,  halbverdunkelt
RTI-Aufnahmemethode: Freihand/ Highlighting-Methode
Aufbau: Kameraposition fest 90° Grad über dem Objekt an Stativ, Unterlage mit RTI-Hilfskreisschema zur Orientierung / Lichtpositionierung, RTI-Referenz-Kugeln: zwei Kugeln mit 10mm Druchmesser
Kameraeinstellungen:

Modus: manuel
Datenformat:   JPEG,  Auflösung:  5472 x 3648 Pixel  / 1.6 MB
Belichtung: ISO  100;  Brennweite 58, Blendenzahl 22, Verschlusszeit    1/4 s
Fokussierung:  Autofokus zur Justierung / Schärfeneinstellung vor Beginn des Aufnahmesets, danach umgestellt auf  manuell und nicht mehr verändert.
Fernauslöser: Ja; Steuerung via PC / Software, hier: Canon Utility

Vorgehen bei der Bildgewinnung:
Anzahl der Winkel: 4,  Anzahl der ‚Speichen‘: 12 => angestrebte Anzahl der verwendeten Aufnahmen / Lichtpositionen:  48

C) Modellerstellung

Verwendete Software, Version: RTIbuilder
Anzahl der Aufnahmen für das jeweils zu erstellende Modell: 48
Nachbearbeitung der Bilder: keine
Nachjustierungen während des Erstellens in der Software: in wenigen Fällen musste die erkannte erkannte Kugelgröße bei Erstellen der RTI-Datei in der Software manuell angepasst werden.

RTI – Aufnahme und -Dokumentation ‚Wallfahrtsmedaillon Kat. Nr. 87‘ , Fundort Hilgartsberg

(Dokumentation orientiert am bis dato angewendeten Dokumentationsstandard für RTI- und Photogrammetrie – Aufnahmen in den vorhergehenden Kursen am Lehrstuhl)

Allgemeiner Hinweis: Die Dokumentation dient der Nachvollziehbarkeit des Vorgehens, sie soll
daher präzise und konzise sein. Eine tabellarische Aufzählung ist bei den meisten Punkten ausreichend.

A) Objekt / Gegenstand
Kurzbeschreibung & Kontext : Wallfahrtsmedaillon aus Zinn, Fundort Burgruine Hilgartsberg, Zwingerbereich, im Zuge der Grabungen 2005 – 2009, Durchmesser ca. 2,4 cm, Kat. Nr. 87  (diese Angaben laut Fundkatalog), keine Angaben zur Datierung des Objekts bekannt. Die Inschrift ‚MARIA‘ am linken Randbereich neben dem Frauenkopf im Profil mit auf die Schultern fallendem Schleier innerhalb des das Medaillon komplett umlaufenden  und begrenzenden Lorberkranzes legt eine Zuweisung des Medaillon zur Marienwallfahrt nahe, korrespondierend mit dem  nahegelegen Wallfahrtsort Altötting. Gestaltung und Machart lassen eine oberflächliche grobe Datierung 17. – 18. Jh annehmen, aus dem mutmaßlichen Bezug zur Marienwallfahrt nach Altötting ergibt sich  Terminus Postquem Ende des 15. Jh / 1489 (vgl. Geschichte der dortigen Gnadenkapelle / Marienwallfahrt).   Für eine fundierte Einordnung bedarf es der umfassenden Literatur-Recherche und des Vergleichs mit ähnlichen Stücken. Literaturangaben sind daher noch zu ergänzen.  Eine erste Onlinerecherche ließ folgende Seiten hilfreich für die weitere Kontextualisierung erscheinen: Pilgerzeichen und Pilgerzeichenforschung in Mecklenburg-Vorpommern, Text von Jörg Ansorge, downloadbar bei Academia: http://www.academia.edu/2429673/Pilgerzeichen_und_Pilgerzeichenforschung_in_Mecklenburg-Vorpommern , sowie die Datenbank europäischer Pilgerzeichen des Mittelalters der Saatlichen Museen zu Berlin

B) Aufnahme

Ort, Zeit, Personal:  Labor für Kulturgutdigitalisierung am Lehrstuhl für Digital Humanities der Universität Passau, 15.11. 2017, Teilnehmer des Kurses ‚Kulturgut in 3D‘

Kamera:
EOS 6D, Objektiv 100mm Festbrennweite

Aufnahmesituation:
abgedunkelter Innenraum, wenig indirektes Licht durch Bildschirme, keine zusätzliche Raumbeleuchtung.
Hilfsmittel:
RTI-Drehteller mit Lampenarm zur Ausleuchtung des Objekts und einer RTI-Referenzkugel, aufgebaut auf Reprostation mit Stativ zur Kamerapositionierung und – Fixierung
USB- Kabel zur Verbindung von Kamera und PC

Kameraeinstellungen:
Kameramodus: manuell
Datenformat: jpeg, Auflösung 72 dpi / 5472 x 3648 Pixel / 20 Mpix
Belichtung: ISO 100, Brennweite 100mm, Blendenzahl F / 18 , Verschlusszeit 1,6 Sek, Messmethode zur
Belichtungsmessung und Weißabgleich: manuell
Fokussierung: Autofokus zur Justierung / Schärfeneinstellung vor Beginn des Aufnahmesets, danach umgestellt auf  manuell und nicht mehr verändert.
Fernauslöser: Ja, Steuerung via PC / Software Canon Utility

Vorgehen bei der Bildgewinnung: aus 4 Winkeln / Lichtpositionen am RTI-Arm (20 – 30 – 40- 50°) wurden jeweils in 30° Schritten (versetzt startend bei 0° bzw. 15° ) entsprechend der Markierungen am Drehteller ein Set von 48 Fotos gemacht

C) Modellerstellung

Anzahl der Aufnahmen für das zu erstellende Modell: 48

Nachbearbeitung der Bilder: keine

Verwendete Software: RTIBuilder, Version 2.0.2

D) Beobachtungen, Probleme , Lösungen / sonstige Angaben zur Nachvollziehbarkeit und möglichen Reproduktion der Arbeit:

da keine der Objektgröße entprechende RTI-Referenzkugel vorhanden war, musste mit einer für dieses Objekt zu großen Kugel gearbeitet werden. Problematik war hier vor allem der Schattenwurf der Kugel auf das Objekt bei den unteren Lichtpositionen. Der Bildausschnitt musste entprechend angepasst werden, bei passender Kugelgröße hätte ein größerer (mit maximaler Ausfüllung des Bildraums durch das Objekt und damit maximalem Bildergebniss / Tiefenschärfe) Bildausschnit gewählt werden können. Während der Verarbeitung der Bilder in der Software musste nach Erkennung der Highlights die Positionierung des erkannten Kugelumkreises nachjustiert werden, das heißt mit der tatsächlichen Kugel im Foto in Deckung gebracht werden

Screenshot RTIBuilder nach dem Arbeitsschritt ‚Executing Sphere Detection‘. Der erkannte Kugelumkreis muss mit der Kugel im Foto darunter übereinstimmen. Ist das nicht der Fall, kann manuell justiert werden. (‚Set new Center‘) Dafür reicht die Korrektur in einem Foto der Serie, diese wird auch in den restlichen übernommen.

nach dieser Anpassung konnte das Modell jedoch erfolgreich erstellt werden:

 

 

 

 

 

 

RTI – Einführung

‚Wer hat‘s erfunden?‘

RTI steht für Reflectance Transformation Imaging, was bereits darauf hinweist,  dass es v.a. um Oberflächen und deren Wiedergabe geht.

RTI ist eine computergestützte Fotografiermethode, mit der von einem Objekt mehrere Bilder mit fixierter Kameraposition und variablen Beleuchtungspositionen gemacht werden. In der resultierenden Datei kann die Position der Lichtquelle verändert werden, um beispielsweise die Oberfläche des aufgenommenen Objekts im Schräglicht untersuchen zu können.

RTI „hat inzwischen eine weite Verbreitung für die Dokumentation von Objekten mit flachen Oberflächen, wie etwa Felsbilder, Inschriften oder Münzen, gefunden, da hochauflösende Ergebnisse mit vergleichsweise günstiger Ausrüstung erzielt werden können.“[1]

Die ursprüngliche Bezeichnung ist Polynomial Texture Mapping / PTM (begenet nach wie vor, auch als Ergebnisformat) ,  eine Technik die 2001  von Tom Malzbender für HP in den USA entwickelt wurde. Auslöser war die Suche nach einer Methode um den Lichteinfall bei 3D Grafiken realistischer darzustellen.

PDF des Texts Malzbenders, der in das von ihm erstellte Verfahren einführt unter diesem Link: http://www.hpl.hp.com/research/ptm/papers/ptm.pdf

Die PTM – Methode nach Malzbender wurde von der gemeinnützigen Firma Cultural Heritage Imaging (CHI) weiterentwicklet (Ergebnisformat ist hier .rti), als visuelle Dokumentationsmethode für Kulturgut.  CHI stellt kostenlose Programme für die Erstellung von RTIs zur Verfügung. CHI gilt heute als erste Anlaufstelle zum Thema RTI, ein Besuch der Homepage empfiehlt sich auch besonders, um eine erste Vorstellung von RTI zu bekommen: http://culturalheritageimaging.org/Technologies/RTI/   Dort finden sich auch zahlreiche  Beispiele , Videos und Tutorials, sowie – besonders wichtig – die Software zum Erstellen und Betrachten von RTI-Dateien.

Eine lesenswerte Einführung bietet auch der Eintrag zu RTI in den IT-Empfehlungen auf der Homepage von IANUS, eines Projekts zum  Aufbau eines nationalen Forschungsdatenzentrums für die Archäologien und Altertumswissenschaften in Deutschland, vor allem was Dokumentation und Metadaten(-Management) angeht.

Dokumentation

Stichwort Dokumentation: neben den allgemeinen minimalen Angaben zu Einzeldateien erfordern RTI-Daten Angaben, die Aufschluss über die Aufnahmemethode, deren Umstände und über die Prozessierung der Daten geben. Zusätzlich können weitere Angaben zu dem Projekt als ganzes notwendig sein, um etwa genauere Angaben zu den aufgenommenen Objekten zu machen. Es empfiehlt sich ein Dokumentationsblatt oder sog. Shooting Log schon während der Aufnahme der einzelnen Objekte auszufüllen.

Pro und Contra

Nachteile / Einschränkungen:

  • nur (einzelne) Oberflächen keine Gesamtaufnahmen des jeweiligen Objekts möglich
  • nicht 3 sondern ‚2,5 D‘
  • Objektgröße ist beschränkt, im Laborkontext nur kleine Objekte möglich
  • zu beachten: starke Kontraste und Reflexe erwünscht (im Gegensatz zu Photogrammetrie)
  • Ergebnis abhängig von der Qualität der Aufnahmen

Vorteile:

  • niedrigschwellige, leicht durchführbare & kostengünstige Digitalisierungsmethode
  • Spezifische Darstellungsmöglichkeiten: Überhöhte Darstellung von Oberflächen, Details die bei Betrachtung mit bloßem Auge nicht erkennbar sind + interaktive Beleuchtungs-Simulation im Viewer
  • Objekt wird während des Aufnahmevorgangs nicht berührt
  • Erstelltes Modell ermöglicht nachfolgende berührungsfreie Untersuchung durch eine Vielzahl von Personen ohne das Original zu benötigen

=> innerhalb des geschilderten spezifischen idealen Anwendungsbereichs stellt RTI eine empfehlenswerte Methode zur Kulturgut-Digitalisierung  dar. Durch den geringen Lern- und Geräteaufwand bietet sich RTI besonders als ‚Einstiegsdroge‘ zu Dokumentation, Schutz, Erforschung und Wertevermittlung von Kulturgütern an.


[1] https://www.ianus-fdz.de/it-empfehlungen/rti